Rasenpflege durch Vertikutieren

Unter Vertikutieren versteht man das leichte Anritzen der Graskante. Der Sinn der Übung liegt darin, ungewollten Moosbefall oder auch verfilztes Schnittgut (sogenannten Mulch) von der Bodenoberfläche zu entfernen und dem Rasen somit wieder zu mehr Luft und Licht zu verhelfen. Dadurch wird in erster Linie das Graswachstum in die Breite (Seitentriebe) erleichtert, wodurch der Rasen an Fülle und Dichte gewinnt. Beachtet werde muss, daß der Einschnitt nicht zu tief ausfällt, da in diesem Fall auch junge oder schwache Graspflanzen mit herausgerissen werden könnten. Lieber arbeitet man sich langsam an die geeignete Tiefe heran. Die von Herstellern der Vertikutierer angegebenen Werte sind lediglich Richtlinien. Ist es doch mal schiefgegangen oder ist unter dem Moos überhaupt kein Rasenpflänzchen mehr sichtbar, kann man mittels Nachsaat die entstandenen Löcher "stopfen".

Wann muss Vertikutiert werden?

Einen pauschalen Zeitpunkt gibt es nicht. Der Gärtner sollte den Moosbefall regelmäßig kontrollieren und ggfl. handeln. Zumeist wird der Vertikutierer jedoch im Frühjahr angeworfen, wenn durch die anhaltende Feuchte des Winters der Befall an Flechten am Größten ist. Unter Umständen macht auch eine zweite Vertikutierung im Spätsommer / Herbst Sinn. Dies hängt jedoch stark von der Witterung im vorherigen Sommer ab. War dieser Feucht und Warm, könnte Moosbefall dadurch begünstigt worden sein. Auch die über den Sommer angesammelten Reste an Schnittgut bedecken dann den Boden.

Womit wird Vertikutiert?

Bei kleineren Gärten oder nur partiellen Moosbefall kann unter Umstände sogar die herzhafte Bearbeitung mit einem Rechen genügen. Bei größeren Flächen wird dies jedoch schnell zu anstrengend und zeitraubend. Moderne Vertikutiergeräte weisen eine starke Ähnlichkeit mit Rasenmäher auf. Mit dem Unterschied, das der Mäher das Gras waagrecht schneidet , ein Vertikutierer jedoch senkrecht arbeitet (vertical - vertikutieren). Es gibt Varianten mit Krafstoffmotor, aber auch Handvertikutierer oder Elektrovarianten.