Mini-Gewächshäuser

Ein Mini-Gewächshaus sieht im Wesentlichen aus wie ein "echtes" Gewächshaus, es hat einen Boden - meistens ein geschlossener Plastikbehälter - und ein lichtdurchlässiges Dach. Benutzt wird es meist als Anzuchtgewächshaus. Man bedeckt den Boden des Gewächshauses gut mit Erde und setzt die Keimlinge, die man später im Garten anpflanzen möchte, ein. In dieser Schutzatmosphäre ergeben sich zwei Vorteile: Die Keimlinge sind gegen Witterungseinflüsse geschützt und werden außerdem durch den sogenannten Treibhauseffekt mit genügend Wärme versorgt. Je nach Bauart des Mini-Gewächshauses kann man bei starker Sonneneinstrahlung die Temperatur durch Abluftfenster oder -luken regulieren. Für Saatgut, das nur bei konstanten Temperaturen keimt oder besonders lichtempfindlich ist, empfiehlt es sich, ein beheiztes Gewächshaus zu benutzen, das man an einem hellen, aber vor direkter Sonneneinstrahlung geschützten Ort aufstellt. Dabei ist ein weiterer Vorteil, dass das Substrat gleichmäßig beheizt wird, da die Wärme von unten kommt.
Als Substrat empfiehlt sich bei der Anzucht spezielle Anzuchterde, die ärmer an Nährstoffen ist als herkömmliches Substrat. Dadurch ist der Keimling quasi gezwungen, ein starkes Wurzelwerk zu bilden. Bei der Bewässerung sollte man beachten, es nicht zu übertreiben, weil gerade Keimlinge sehr anfällig für Wurzelfäule sind. Mit dem Aufstellen des Mini-Gewächshauses ins direkte Sonnelicht sollte man so lange warten, bis sich die ersten Blätter gebildet haben, denn sonst sprießen die Keimlinge zu schnell und bilden keinen ausreichend festen Stängel. Mini-Gewächshäuser selbst zu bauen, ist natürlich auch eine Möglichkeit, die nur ein wenig handwerkliches Geschick erfordert. Beinahe jede lichtdurchlässige Plastikdose eignet sich dafür - einfach ein paar Luftlöcher in den Deckel und den Boden machen und ausprobieren. Das geht natürlich genauso mit Plastikboxen aus dem Baumarkt und Frischhaltefolie - der Experimentierfreude sind prinzipiell keine Grenzen gesetzt; man sollte nur beim ersten Versuch kein allzu wertvolles und anspruchsvolles Saatgut verwenden, sonst ist am Schluss noch die Enttäuschung über den Bastelversuch größer als die Freude am selbergebauten Mini-Gewächshaus.