Speisepilze züchten
Gerade jetzt im Herbst zieht es wieder Heerscharen von Pilzsammler in die heimischen Wälder, die es auf eine Abwechslung im Speiseplan abgesehen haben. Denn natürlich schmecken selbst "erlegte" Pilze besser als die aus dem Supermarkt oder gar aus dessen Kühltruhe. Wer jedoch den regelmäßigen Gang in den Wald scheut, der kann sich Speisepilze auch relativ bequem im Garten züchten.
Stroh oder Holz ?
Im Wesentlichen unterscheidet man zwei verschiedene Wuchsmedien: Stroh und Holz. Welches man davon verwendet, hängt von den Bedürfnissen des Pilzes ab, manche Arten wie der Champignon benötigen auch Zusätze wie z.B Pferdemist. Wer sich hier unsicher ist kann auch zu speziellen Sets greifen, die bereits mit den Mykel (Pilzbrut) durchsetzt sind und ggfls. auch gleich mit Wachstumsförderern versorgt wurden.Anbau von Pilzen auf Stroh
Da man im Gartenmarkt, wie gesagt, fertige Lösungen kaufen kann, ist der Anbau von Pilzen auf Strohballen die gängigste Lösung. Experimentierfreudige Gärtner impfen die Pilzbrut selbst in einen gepressten Ballen. Zu beachten ist dabei, daß das verwendete Stroh weitestgehen steril ist, d.h nicht von im Zweifel konkurrierenden Kulturen durchsetzt ist. Manche Pilze reagieren hierauf sehr übellaunig. Außerdem muss das Stroh vor dem Einsetzen der Mykel gut gewässert werden. Staunässe im Ballen darf aber nicht entstehen. Am besten, man taucht den gesamten Ballen für einige Tage in den Teich oder die Regentonne geben (damit auch das Allerinnerste des Ballens feucht wird) und danach 1-2 Tage abtropfen lassen. Die Feuchtigkeit im Inneren bleibt erhalten. Der Strohballen sollte nach dem Impfen feucht und dunkel , bei ca. 15-20C gelagert werden. Nicht gießen! Nach ca. 3 Monaten ist damit zu rechnen, daß die Brut aus dem Strohballen herauswächst.Speisepilze auf Holz
Der Vorteil bei Anbringen von Pilzkulturen auf Baumstämmen liegt in der Nachhaltigkeit. Wo ein Strohballen nach der Ernte seine Schuldigkeit getan hat, kann beim Anbau auf Holz über einen langen Zeitraum mit nachwachsenden Pilzen gerechnet werden. Der Baumstamm sollte relativ frisch geschlagen sein und nicht länger als 2 Monate gelagert worden sein und die Rinde noch intakt ist. Die Wahl des Holzes richtet sich nach den Bedürfnisse des Pilzes, meist werden Buche oder Birke verwendet. Wie beim Stroh gilt auch hier, daß das Holz nicht von anderen Pilzen befallen sein darf. Das Impfen des Holzes mit Mykel kann auf zwei Arten erfolgen. Entweder man bohrt Löcher in das Holz und setzt die - vorher gewässerten - Impfdübel (im Handel erhältlich und mit Pilzbrut versehen) einfach ein. Alternativ gibt es dazu die Schnittimpfmethode mit Körnerbrut statt mit mit Impfdübeln. Hierzu werden mit einer breitschneidigen Säge 2-3cm tiefe Keile in das Holz gesägt und die Brut dann eingesetzt. Anschließend noch die Brut mit Folie oder Klebeband schützen und fertig. Wer gerne die Pilze im Boden haben möchte und nicht auf Stroh oder Holz, kann die Medien nach dem ersten Wuchs vergraben.-
andere Webseiten:
- Krankheiten und Pilze bei Pflanzen
- Düngen mit Pferdemist

