Blattläuse - der Schrecken des Pflanzenfreundes

Blattläuse sind nicht die einzigen Schädlinge, die uns in unseren Gärten das Leben schwer machen, allerdings verdanken sie ihrer extremen Vermehrung - einige Arten der Blattlaus prodzieren bis zu 5 neue Läuse pro Tag! - und den damit verbundenen extremen Befallserscheinungen einen ganz besonderen Ruf unter ambitionierten Gärtnern. Der Anblick der massiv von Blattläusen in Beschlag genommenen Rosen oder anderer Zierpflanzen, des Gemüses und der Obstbäume kann u.U sogar körperliche Leiden (Magenschmerzen) und grußelige Wutausbrüche beim Gartenfreund verursachen.

Schaden durch Blattläuse

Blattläuse ernähren sich von Pflanzensäften, die sie der Pflanze entziehen und sie damit stark schädigen. Die in der Pflanzenflüssigkeit enthaltenen Aminosäuren werden dabei zu einer zuckerhaltigen Lösung (Honigtau) umgewandelt, die ausgeschieden wird. Durch diesen Honigtau werden Ameisen angezogen, die die Blattläuse dann richtig "melken", sie vor ihren Freßfeinden schützen und sogar auf andere Pflanzen transportieren. Die Ausscheidungen der Blattläuse führen auch oft zu Mißbildungen der jungen Triebe und Blätter, wo sie sich meist zuerst ansiedeln. Zusätzliche Schädigungen beim Blattlausbefall können in Form von Schwärzepilzen oder Rußtaupilzen auftreten, die durch oben erwähnten Honigtau verursacht werden. Die weitreichendste Folge des Schädlings besteht jedoch darin, daß sie die vorrangigsten Überträger von Pflanzenviren darstellen, die den geschwächten Pflanzen dann entgültig den Garaus machen.

Natürlich Feinde der Blattlaus

Wie die meisten Schädlinge hat auch die Blattlaus einiges an natürlichen Widersachern vorzweisen. Zu den bekanntesten Feinden zählen u.a:
  • Nützlinge gg. Blattläuse
  • Marienkäfer (Larven)
  • Florfliegen
  • Schlupfwespen
  • Spinnen
  • Wespen
  • Ohrwürmer
  • Schwebfliegenlarven

Meist beschränkt sich der praktische Einsatz auf die ersten drei Nützlinge. Marienkäfer und die Larven von Florfliegen und Schlupfwespen sind mittlerweile auch im Handel erhältlich. Zu bedenken ist allerdings, dass auch die Nützlinge wiederum Leibspeise eines anderen Gartengenossen sein können. Wer viele Vögel in Gartennähe hat, könnte sich unter Umständen nicht allzulange an den Blattlausfeinden erfreuen dürfen. In diesem Fall beschränkt sich der Einsatz von Freund Marienkäfer & Co leider auf das Gewächshaus.

Biologische Gegenmittel

Der Einsatz eines rein biologischen Pflanzenschutzmittel wird von vielen Gärtnern bevorzugt. Neben unerwünschten Nebenwirkungen an der Pflanze selbst und der Sorge um nützliche Gartenhelfer, steht hierbei auch die Angst vor einer Resistenzentwicklung im Vordergrund. Um diese zu vermeiden, greifen moderne, biologische Schädlingsbekämpfungsmittel gar nicht die Blattlaus selbst an. Der Schädling wird vom Mittel gar nicht beeinträchtigt. Die im Spray enthaltenen Wirkstoffe sollen lediglich für eine Vertreibung der Blattläuse sorgen bzw. den Befall gleich ganz vorbeugen. Vor allem wenn im Haushalt Tiere oder Kinder vorhanden sind, sollte der Einsatz biologisch verträglicher Schädlingsmittel selbstverständlich sein.

Pestizide - Die chemische Keule

Pestizide sind oftmals die letzte Möglichkeit, wenn der Schädlingsbefall zu groß wird. Bitte bedenken Sie aber, dass der Einsatz von Giftstoffen (zu denen auch Pestizide zählen) genau vom Gesetzgeber geregelt wird. So dürfen ausschließlich zugelassene Gifte eingesetzt werden die mit "Anwendung im Haus- und Kleingartenbereich zulässig" gekennzeichnet sind und der Einsatz muss auf Anbauflächen beschränkt bleiben.

Vorbeugung gg. Blattläuse

Hier gibt es einige Möglichkeiten, wie z.B. Brennesselkaltwasserauszug oder einer Schmierseifenlösung (Kernseifenlösung). Am besten ist, die Pflanzen, besonders die jungen Triebe, regelmäßig zu kontrollieren. Meist hilft dann schon ein gezielter Wasserstrahl um sie abzuwaschen. Das hat bei mir meist geholfen. Gute Erfahrungen habe ich auch mit einem anderen einfachen Mittel gemacht: einfach ein bißchen Geschirrspülmittel in Wasser gelöst direkt auf die Plagegeister gesprüht.