Verwandt zum Vertikutieren ist das Aerifizieren, was vom Vorgang her ähnlich ist, jedoch die Rasenfläche nicht nur
leicht aufgerissen wird, sondern mittels Stacheln tief (bis zu 10 Zentimeter) "gelocht" - in manchen Gegenden wird das Aerifizieren
auch "Stöpseln" genannt - wird. Dadurch wird verdichteter Boden gelockert und die Graspflanzen können wieder ausreichend mit
Wasser, Luft und Nährstoffen in Berührung kommen. Diese Stacheln können je nach Rasenart und erwünschten Effekt unterschiedliche Größe besitzen. Es gibt kleinere - sogenannte "Spoons" -
die keinen Versandungsvorgang durchführen.
In manchen Fällen werden
die entstandenen Löcher im Anschluss mit Sand gefüllt, um die Wasserstaufähigkeit des Bodens zu erhöhen. Nässe läuft nun nicht mehr ab,
sondern kommt den Graswurzeln zu Gute, dem Lockerungseffekt beim Aerifizieren widerspricht dies nicht unbedingt. Die oben genannten
Vorteile bleiben erhalten.
Zeitpunkt zum Aerifizieren
Sinn macht es in erster Line den Rasen dann in seinem Wachtum zu unterstützen, wenn das Gras kurz vor jahreszeitlich bedingten
Wachstumsschüben steht. In unseren Breiten ist das in der Regel im Frühsommer und dann nochmals Ende August. Im Anschluss an
den Aerifizier Vorgang sollte Nachsaat und entsprechende Düngemittel ausgebracht werden um die Guten, durch das Aerifizieren
geschaffenen Bedingungen optimal zu nutzen.
Arten von Aerifizier
Ein solches Gerät für den heimischen Garten anzuschaffen ist in den meisten Fällen übertrieben. Entweder werden Aerifizier direkt
vom Fachmann mitgebracht oder können im besten Fall noch im heimischen Baumarkt gemietet werden. Die
Multigartenpflegerundumglücklich-Geräte, die oft für günstiges Geld auch Aerifizier-Funktion erfüllen sollen, imitieren
den Vorgang oftmals nur. Für den kleinen Geldbeutel (aber auch leider nur im kleinen Garten praktikabel) ist die Methode
Grabgabel: einfach vorsichtig einstechen und die Grabgabel senktrecht wieder rausziehen